Am 9. Mai feiert die Ukraine den “Tag des Sieges” und erinnert damit an den Sieg über das nationalsozialistische Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Doch während dieser Tag für viele Menschen in der Ukraine immer noch von großer Bedeutung ist, gibt es auch Stimmen, die sich von kommunistischen Ritualen lösen möchten.
Issak Nowoselezykj, der am Gedenkstein für 5000 jüdische Kinder in Winnitzja steht, spricht von einem Riss im Herzen, den jeder Jude durch den Krieg erfahren hat. Der Gedenkstein erinnert an die Verbrechen der deutschen Besatzung und mahnt dazu, die Erinnerung an diese Zeit aufrechtzuerhalten.
Doch trotz des Gedenkens an die Verbrechen der Vergangenheit gibt es in der Ukraine Diskussionen darüber, wie dieser Gedenktag gefeiert werden sollte. Einige kritisieren, dass es zu viele kommunistische Elemente gebe und dass eine Versöhnung zwischen den Völkern nicht stattfinden könne, solange dieser Tag immer noch von nationalistischen und militaristischen Elementen geprägt sei.
Der ukrainische Präsident Selenskyj hat deshalb einen neuen “Europatag” erlassen, der am 8. Mai gefeiert wird und an das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert. Damit möchte er deutlich machen, dass die Ukraine sich auf den Weg in eine europäische Zukunft gemacht hat und dass die Erinnerung an die Verbrechen der Vergangenheit mit einem Blick nach vorne verbunden werden muss.
Es bleibt allerdings abzuwarten, ob dieser neue Gedenktag die Diskussionen um den “Tag des Sieges” in der Ukraine befrieden kann. Fest steht jedoch, dass die Erinnerung an die Verbrechen der Vergangenheit in der Ukraine noch lange nicht verblasst ist und dass die Aufarbeitung dieser Verbrechen eine wichtige Aufgabe für die Zukunft bleibt.
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